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Poloplast macht Prozesse sichtbar mit Process Mining
13 min read • Sep 29, 2026
Lieferantenbeziehungen reichen heute weit über Bestellungen und Rechnungen hinaus. Unternehmen müssen Stammdaten aktuell halten, neue Lieferanten effizient onboarden, Zertifikate und Risiken im Blick behalten und gleichzeitig über mehrere Gesellschaften hinweg konsistente Informationen sicherstellen. Werden diese Aufgaben über E-Mails, Excel-Dateien und getrennte Systeme gesteuert, entstehen schnell doppelte Daten und zusätzlicher Verwaltungsaufwand.
Mit dem neuen Supplier Engagement erweitert Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management das Lieferantenmanagement um eine zentrale Plattform für den gesamten Lieferantenlebenszyklus. Interne Einkaufsteams und externe Lieferanten arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis – von der Registrierung über Onboarding, Qualifizierung und Freigabe bis zur operativen Zusammenarbeit bei Ausschreibungen, Bestellungen und Rechnungen.
Supplier Engagement geht damit über einzelne Funktionen wie Lieferantenbewertung oder ein klassisches Lieferantenportal hinaus. Im Mittelpunkt steht ein durchgängiger Lieferantenprozess:
Registrierung → Onboarding → Qualifizierung → Freigabe → operative Zusammenarbeit
Die Lösung befindet sich aktuell in der Public Preview. Microsoft plant die allgemeine Verfügbarkeit nach aktuellem Release-Plan für März 2027.
Mit wachsender Unternehmensgröße steigt häufig auch die Komplexität im Lieferantenmanagement. Ein Lieferant arbeitet beispielsweise mit mehreren Gesellschaften eines Unternehmens zusammen. Kontakte, Adressen, Zertifikate oder weitere Stammdaten werden dann möglicherweise an verschiedenen Stellen gepflegt.
Das sorgt für zusätzlichen Aufwand. Informationen können mehrfach vorhanden sein, unterschiedliche Aktualitätsstände haben oder müssen zwischen Teams abgestimmt werden.
Hinzu kommen Prozesse rund um neue Lieferanten. Registrierung, Prüfung, Qualifizierung und Freigabe laufen in der Praxis häufig über verschiedene Kommunikationskanäle. Dokumente werden per E-Mail ausgetauscht, Informationen in Tabellen gesammelt und Freigaben separat koordiniert. Nach der Freigabe beginnt wiederum die operative Zusammenarbeit über Bestellungen, Ausschreibungen oder Rechnungen.
Genau diese Fragmentierung greift Supplier Engagement auf. Microsoft ersetzt damit nicht einfach ein bestehendes Portal durch eine neue Benutzeroberfläche. Die Lösung erweitert die bisherige Vendor Collaboration um ein übergreifendes Lieferantenmanagement und verbindet die einzelnen Schritte des Lieferantenlebenszyklus.
Typische Herausforderungen finden sich an mehreren Stellen:
Je stärker Unternehmen international oder über mehrere Gesellschaften hinweg arbeiten, desto wichtiger wird deshalb eine gemeinsame Datenbasis.
Microsoft Dynamics 365 Finance and Supply Chain verfolgt grundsätzlich genau diesen Ansatz: Finanz- und Geschäftsprozesse werden in einer integrierten Plattform zusammengeführt, damit Unternehmen ihre Abläufe über Standorte und Organisationseinheiten hinweg besser steuern können.
Supplier Engagement verbindet drei Bereiche miteinander: die interne Supplier Engagement App, ein externes Supplier Portal und Dynamics 365 Supply Chain Management.
Supplier Engagement verbindet die interne App, das Supplier Portal und Dynamics 365 Supply Chain Management zu einem durchgängigen Lieferantenprozess.
Die Supplier Engagement App richtet sich an interne Teams wie Einkauf und Lieferantenmanagement. Dort können Mitarbeitende neue Lieferantenregistrierungen prüfen, globale Lieferantenprofile verwalten sowie Informationen zu Zertifikaten, Fähigkeiten, Risiken und Bewertungen bearbeiten. Die App basiert auf Microsoft Dataverse und synchronisiert relevante Informationen mit Dynamics 365 Supply Chain Management.
Das Supplier Portal stellt Lieferanten einen eigenen Self-Service-Bereich zur Verfügung. Dort können sie unter anderem Unternehmensdaten pflegen und mit dem Einkauf bei Ausschreibungen, Bestellungen, Rechnungen und Konsignationsbeständen zusammenarbeiten.
Dynamics 365 Supply Chain Management bleibt die Grundlage für die operativen Beschaffungs- und Supply-Chain-Prozesse.
Damit arbeiten Lieferanten und interne Teams zwar mit unterschiedlichen Oberflächen, greifen aber auf miteinander verbundene Prozesse und Daten zurück. So entsteht die Basis für einen Lieferantenprozess, der von der ersten Registrierung bis zur laufenden operativen Zusammenarbeit reicht.
Eine der wesentlichen Neuerungen ist das Konzept des Global Vendor. Besonders für Unternehmen mit mehreren Gesellschaften bietet dieser Ansatz einen konkreten Vorteil: Ein Lieferant kann als ein zentraler Geschäftspartner geführt werden, auch wenn mehrere Gesellschaften mit ihm zusammenarbeiten.
Bisher können Lieferanteninformationen bei einer Zusammenarbeit mit mehreren Gesellschaften mehrfach angelegt und gepflegt werden. Supplier Engagement führt dafür ein zentrales Lieferantenprofil ein. Informationen wie Kontakte, Adressen, Zertifikate und Fähigkeiten werden auf globaler Ebene verwaltet und können anschließend für die benötigten Gesellschaften freigegeben werden.
Das verändert die Datenpflege deutlich.
Das Global Vendor Konzept verbindet ein zentrales Lieferantenprofil mit den lokalen Lieferantenkonten der einzelnen Gesellschaften.
Dabei verschwinden die gesellschaftsspezifischen Lieferantenkonten nicht. Ein qualifizierter globaler Lieferant kann gezielt für eine oder mehrere Gesellschaften freigegeben werden. Für die jeweiligen operativen Prozesse entstehen dort weiterhin lokale Lieferantenkonten.
So verbindet Microsoft zentrale Datenpflege mit den organisatorischen Anforderungen unterschiedlicher Gesellschaften. Ändert sich beispielsweise eine zentrale Lieferanteninformation, muss sie nicht in jeder Gesellschaft separat gepflegt werden.
Gerade für international aufgestellte Unternehmen oder Unternehmensgruppen ist das ein wichtiger Schritt: Statt dieselben Informationen mehrfach zu verwalten, entsteht ein konsistenterer Blick auf den Lieferanten über Gesellschaftsgrenzen hinweg.
Im globalen Lieferantenprofil stehen zentrale Informationen und Aktivitäten gebündelt zur Verfügung.
Supplier Engagement bildet den Lieferantenprozess von der ersten Registrierung bis zur laufenden Zusammenarbeit ab.
Ein neuer Lieferant kann sich beispielsweise selbst über das Supplier Portal registrieren. Nach einer internen Prüfung wird das Unternehmen zum Onboarding eingeladen. Dort ergänzt der Lieferant unter anderem Kontaktdaten, Unternehmensinformationen, Zertifikate und weitere benötigte Angaben.
Anschließend prüft das Einkaufsteam die Informationen und entscheidet über die Qualifizierung. Ein freigegebener Lieferant kann danach einer oder mehreren Gesellschaften zugeordnet und für operative Einkaufsprozesse genutzt werden.
Vereinfacht entsteht damit ein durchgängiger Ablauf:
Registrieren → Onboarden → Qualifizieren → Freigeben → Zusammenarbeiten
Nach der Freigabe endet der Prozess nicht. Die Zusammenarbeit geht im Portal weiter. Lieferanten können dort beispielsweise Ausschreibungen bearbeiten, Bestellungen bestätigen oder Rechnungen übermitteln.
Über das Supplier Portal arbeiten Lieferanten auch nach dem Onboarding digital mit dem Einkauf zusammen, etwa bei Ausschreibungen, Bestellungen und Rechnungen.
Der Vorteil liegt vor allem in der Verbindung dieser Schritte. Lieferantenmanagement und operative Zusammenarbeit werden nicht als getrennte Prozesse behandelt. Informationen, die während Registrierung, Onboarding und Qualifizierung entstehen, bilden zugleich die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.
Eine zentrale Plattform allein ist noch kein Business-Nutzen. Relevant wird sie dort, wo sie Arbeit vereinfacht.
Supplier Engagement kann insbesondere dazu beitragen, mehrfach gepflegte Lieferantendaten zu reduzieren. Informationen werden zentral erfasst und können gesellschaftsübergreifend verwendet werden. Das verringert Pflegeaufwand und schafft eine konsistentere Datengrundlage.
Auch beim Onboarding verschieben sich Aufgaben. Lieferanten können Informationen und Dokumente selbst über das Portal bereitstellen, während interne Teams den Prozess prüfen und steuern.
Für den Einkauf entsteht damit eine bessere Grundlage für:
Gerade bei Unternehmen mit mehreren Gesellschaften kann diese gemeinsame Datenbasis einen deutlichen Unterschied machen. Global Vendor Management verbindet dabei zentrale Lieferanteninformationen mit den lokalen Anforderungen der einzelnen Gesellschaften.
Supplier Engagement ist auch mit Blick auf zukünftige AI- und Agent-Szenarien interessant. Entscheidend ist dabei weniger die Frage, welche zusätzliche AI-Funktion sich in einen Einkaufsprozess integrieren lässt. Wichtiger ist zunächst die Grundlage, auf der AI und digitale Agents arbeiten.
AI-Anwendungen können nur dann sinnvoll unterstützen, wenn der zugrunde liegende Geschäftskontext zuverlässig verfügbar ist. Sind Lieferanteninformationen über verschiedene Systeme, Tabellen und Postfächer verteilt, fehlt eine konsistente Datenbasis.
Das gilt umso mehr für Agents, die künftig Aufgaben innerhalb von Geschäftsprozessen selbstständig unterstützen oder übernehmen sollen. Damit solche Prozesse zuverlässig funktionieren, müssen Informationen aktuell, strukturiert und eindeutig zuordenbar sein. Ebenso wichtig sind klar definierte Abläufe und Verantwortlichkeiten.
Microsoft beschreibt eine konsistente Lieferantenidentität und zentral verfügbare Informationen deshalb auch als Grundlage für Analytics, AI und Agents. Durch die Verbindung von Dataverse, Power Platform und Dynamics 365 Supply Chain Management entsteht ein strukturierter Datenkontext, auf den zukünftige intelligente Beschaffungsprozesse aufbauen können.
Das bedeutet nicht, dass AI automatisch jedes Beschaffungsproblem löst. Der entscheidende Schritt kommt davor: Unternehmen brauchen vollständige, aktuelle und klar strukturierte Daten sowie verlässliche Prozesse.
Supplier Engagement kann dafür ein wichtiger Baustein sein. Nicht weil AI eine weitere Funktion der Lösung ist, sondern weil durchgängige Prozesse und konsistente Lieferantendaten die Voraussetzung dafür schaffen, AI und Agents künftig sinnvoll in Beschaffungsprozesse einzubinden.
Stellen Sie sich ein produzierendes Unternehmen mit mehreren europäischen Gesellschaften vor. Ein strategischer Lieferant beliefert drei davon.
Heute wird dieser Lieferant möglicherweise in jeder Gesellschaft separat gepflegt. Ändert sich eine Kontaktperson oder läuft ein wichtiges Zertifikat ab, muss die Information an mehreren Stellen aktualisiert und geprüft werden.
Mit dem Global Vendor Konzept wird das Unternehmen einmal als globaler Lieferant geführt. Kontakte, Zertifikate und zentrale Unternehmensinformationen werden gemeinsam gepflegt. Die einzelnen Gesellschaften können anschließend weiterhin ihre lokalen Lieferantenkonten für operative Transaktionen nutzen.
Kommt ein neuer Lieferant hinzu, kann auch dessen Aufnahme strukturierter ablaufen: Registrierung im Portal, Bereitstellung der benötigten Informationen, interne Qualifizierung und anschließend die gezielte Freigabe für die entsprechenden Gesellschaften.
Nach der Freigabe setzt sich der Prozess nahtlos fort. Der Lieferant kann über das Portal mit dem Einkauf zusammenarbeiten, Ausschreibungen bearbeiten, Bestellungen bestätigen und Rechnungen übermitteln.
Aus mehreren Einzelprozessen entsteht so ein zusammenhängender Lieferantenlebenszyklus – von der Registrierung bis zur operativen Zusammenarbeit.
Supplier Engagement zeigt, wohin sich das Lieferantenmanagement in Microsoft Dynamics 365 entwickelt: weg von isolierten Lieferantenkonten und einzelnen Kommunikationswegen, hin zu einem durchgängigen Lieferantenprozess auf einer gemeinsamen Datenbasis.
Da sich die Lösung derzeit noch in der Public Preview befindet, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die eigenen Prozesse zu prüfen. Wo werden Lieferantendaten mehrfach gepflegt? Wie laufen Registrierung, Onboarding, Qualifizierung und Freigabe heute ab? Welche Informationen werden über mehrere Gesellschaften hinweg benötigt? Und wie gut ist die bestehende Daten- und Prozessbasis auf zukünftige AI- und Agent-Szenarien vorbereitet?
Die Technologie allein beantwortet diese Fragen jedoch nicht. Entscheidend ist, wie Supplier Engagement zu den bestehenden Dynamics 365 FSCM- und Beschaffungsprozessen eines Unternehmens passt.
Genau hier kommt BE-terna ins Spiel. Gemeinsam mit Ihnen betrachten wir nicht nur Supplier Engagement als einzelne Lösung, sondern den gesamten Lieferantenprozess. Wir analysieren, wie Registrierung, Onboarding und Freigabe heute ablaufen, welche Lieferanteninformationen in welchen Gesellschaften gepflegt werden und wie Supplier Engagement, Dynamics 365 Finance and Supply Chain Management und bestehende Beschaffungsprozesse sinnvoll zusammenspielen.
Dabei betrachten wir auch die Datenbasis für kommende Anforderungen. Denn wer AI und Agents künftig sinnvoll im Einkauf einsetzen möchte, braucht zuerst verlässliche Daten und klar definierte Prozesse.
Auf dieser Grundlage unterstützt BE-terna Sie dabei, Supplier Engagement passend in Ihre bestehende System- und Prozesslandschaft einzubinden. So entsteht keine zusätzliche Insellösung, sondern ein Lieferantenprozess, der zu Ihrer Organisation, Ihren Daten und Ihren operativen Abläufen passt.
Sie nutzen Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management und möchten wissen, welche Möglichkeiten Supplier Engagement für Ihre Lieferantenprozesse eröffnet?
Sprechen Sie mit unseren Expertinnen und Experten. Gemeinsam prüfen wir, wo Sie heute stehen, welchen konkreten Nutzen Supplier Engagement für Ihr Unternehmen bietet und wie sich die Lösung sinnvoll in Ihre bestehenden Dynamics 365 und Beschaffungsprozesse integrieren lässt.
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