Marc Cain integriert Retail- und Finance-Prozesse auf einer gemeinsamen Plattform
Case Study

Marc Cain integriert Retail- und Finance-Prozesse auf einer gemeinsamen Plattform

5 min read Jul 13, 2026

Marc Cain steuert ein international gewachsenes Geschäftsmodell mit unterschiedlichen Vertriebskanälen und hoher Systemkomplexität.

Um die zunehmende Komplexität der bestehenden Systemlandschaft zu reduzieren und Transparenz sowie Steuerung zu verbessern, entschied sich das Unternehmen, Retail- und Finance-Prozesse neu aufzustellen und auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen.

Erfahren Sie, wie daraus eine integrierte Lösung auf Basis von Microsoft Dynamics 365 und BE-terna Fashion entstanden ist.

Marc Cain: Premium Fashion Brand mit internationaler Präsenz

Marc Cain ist eine international tätige Premium Brand für Damenmode. Das inhabergeführte Unternehmen wurde 1973 gegründet und steuert sein weltweites Geschäft vom Hauptsitz in Bodelshausen. Dort verfügt Marc Cain über einen eigenen Produktionsanteil in Deutschland und beschäftigt laut Unternehmensangaben über 853 Mitarbeitende in Deutschland.

Zum selektiven Vertrieb zählen 119 Marc Cain Stores (eigene und Partner-Stores) sowie mehr als 1.000 Multi-Brand Points of Sale in 57 Ländern.

Mehrschichtige Systemlandschaft als Ausgangsbasis

Marc Cain betreibt eine gewachsene, mehrschichtige Systemlandschaft, in der Standardlösungen und eigenentwickelte Systeme eng miteinander verzahnt sind.

Während bestimmte Geschäftsbereiche weiterhin über individuelle Lösungen abgebildet werden, wurden Retail- und Finance-Prozesse unabhängig voneinander betrachtet und sollten jeweils zukunftsfähig neu aufgestellt werden – eingebettet in das bestehende Gesamtbild.

Ein besonderer Fokus lag auf

  • kanalübergreifendem Auftragsmanagement mit transparenter Nachvollziehbarkeit
  • Skalierbarkeit für internationale Märkte
  • technologischer Modernisierung der Store-Landschaft
  • integrierter Abbildung von Retail und Finance
  • Harmonisierung und Automatisierung der Finance-Prozesse

Gemeinsame Plattform durch bewusste Entscheidung

Ursprünglich wurden beide Fachbereiche getrennt betrachtet. Im Verlauf des Auswahlprozesses entschied sich Marc Cain, Synergien zu nutzen und eine gemeinsame Systemlösung zu implementieren.

Als Basis wurde Microsoft Dynamics 365 gewählt. Mit BE-terna Fashion for Dynamics 365 Finance and Operations wurde die Plattform um branchenspezifische Funktionen erweitert und an die Anforderungen eines international agierenden Fashion-Unternehmens angepasst.

Die bestehende Systemlandschaft bleibt dabei bewusst erhalten: Non-Retail-Prozesse werden weiterhin über Eigenentwicklungen abgebildet, während Retail- und Finance-Prozesse auf der zentralen Plattform zusammenlaufen.

Enge Verzahnung erhöht Abstimmungsbedarf

Die Zusammenführung von Retail- und Finance-Prozessen auf einer gemeinsamen Plattform brachte nicht nur Vorteile, sondern auch neue Anforderungen mit sich.

Durch die gemeinsame Systembasis müssen Releases, Updates und Prozessänderungen stärker zwischen den Fachbereichen abgestimmt werden. Das erhöht den Abstimmungsaufwand und bringt neue Herausforderungen im Betriebsalltag mit sich.

Gleichzeitig schafft diese enge Verzahnung die Grundlage für mehr Transparenz und durchgängige Prozesse. Die damit verbundene Komplexität wurde durch klare Governance-Strukturen, enge Zusammenarbeit der Teams und eine schrittweise Einführung gezielt gesteuert.

Auswahlprozess und Entscheidungsfaktoren

Im Auswahlprozess evaluierte Marc Cain mehrere Anbieter. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren insbesondere:

„Unser bestehendes System war über viele Jahre gewachsen und entsprechend komplex. Unser Ziel war es, diese Komplexität zu reduzieren, Schnittstellen zu vereinfachen und durch mehr Automatisierung effizientere Prozesse zu schaffen. Dass Retail und Finance dabei enger zusammenrücken, war ein zusätzlicher Vorteil“,

erklärt Thilo Konstanzer, Director Finance, Marc Cain. 

Umsetzung und Projektverlauf

Nach der Sales- und Presales-Phase folgten Initiate-Workshops, in denen die Projektgrundlagen gemeinsam geschärft wurden.

Finance und Retail starteten parallel Anfang 2024, die Go-Lives erfolgten gestaffelt:

  • Finance zu Jahresbeginn, um die Buchhaltung sauber nach Kalender- bzw. Geschäftsjahr abgrenzen zu können. 
  • Retail im September 2025.

So konnte Marc Cain zunächst die Stabilität der Finanzprozesse sicherstellen, bevor die Retail-Kanäle auf die neue Systemumgebung umgestellt wurden.

Wie in Projekten dieser Größenordnung üblich, verlief die Umsetzung nicht ohne Abstimmungsaufwand. Unterschiedliche Anforderungen und Prioritäten mussten kontinuierlich in Einklang gebracht werden.

Ein zentrales Element ist die verteilte Auftragsverwaltung. Das System ermittelt automatisch den optimalen Lagerort für die Auftragserfüllung.

„Wir wollten unseren Kundinnen kanalübergreifend dieselbe Markenerfahrung bieten – unabhängig davon, ob im Store oder online. Gleichzeitig mussten unsere Prozesse intern klarer und integrierter werden“,

sagt Fabienne Klett, Director Retail, Marc Cain.

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Teams war dabei entscheidend.


Sebastian Koch, Project Manager FSCM bei BE-terna, sagt:

„Ein Projekt dieser Größenordnung erfordert Offenheit auf beiden Seiten. Wir haben Anforderungen gemeinsam priorisiert, Lösungen weiterentwickelt und Schritt für Schritt eine stabile Plattform aufgebaut.“

Key Benefits

  • Gemeinsame Datenbasis für Retail und Finance 
  • Höhere Transparenz zwischen operativen Prozessen und Finanzdaten
  • Verbesserte Steuerungsfähigkeit über mehrere Märkte hinweg
  • Skalierbare Plattform für weiteres Wachstum
  • Moderne Store-Technologie als Grundlage für zukünftige Erweiterungen
  • Klar strukturierte Abstimmungsprozesse zwischen Retail und Finance

Integriertes Fashion ERP als Basis für weitere Entwicklung

Die Systemlandschaft ist heute klar strukturiert: Die Eigenentwicklungen bleiben für Non-Retail-Bereiche bestehen, während Retail- und Finance-Prozesse auf einer zentralen Plattform zusammenlaufen.

BE-terna begleitete das Projekt von der strategischen Entscheidungsphase bis zum Go-Live und unterstützt Marc Cain weiterhin bei der Weiterentwicklung der Plattform.

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